Konzertreise nach Südtirol 25. – 30.05.2018

1. Tag
Es kann losgehen: Leicht verspätet startet der Doppeldeckerbus mit 80 % der Reisenden, der Rest weilte bereits in unserem schönen Hotel in Klausen und reserviert die besten Plätze auf der Piazza, um uns willkommen zu heißen. Traditionell rasten wir nach der 1. Anfahrtsetappe. Boxenstopp mit Fastfood aus der Raststätte? Nein, nicht für uns Liederkränzler, denn hier gibt es noch echte Hausmannskost wie Hannes sensationelles Salzgebäck, leckere Kuchenvarianten, Landjäger vom Metzger des Vertrauens, ja auch für die Fleischlosen ist bestens gesorgt mit Biogemüse Marke „Eigenanbau“.

Schwester Monika hat wie immer für Notfälle hervorragend vorgesorgt und verkürzt die Fahrzeit mit Humorvollem aus der Witzkiste.
Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir das romantisch verwinkelte Klausen mit mittelalterlichem Südtiroler Kleinstadtflair. Unser zentral gelegenes Hotel mit Swimmingpool und schönem Garten hat so allerhand zu bieten und so beziehen wir unsere Zimmer und genießen das vorzügliche mehrgängige Abendmenü mit korrespondierenden Weinen der Region. Das nahegelegene Gasselbräu, mit eigenem Weinanbau und Bierbrauerei, wird zum Stammlokal erkoren und sorgt für ein „entspanntes“ zu Bett gehen.

2. Tag
Den Vormittag zur freien Verfügung heißt für die einen: Mit Flipflops zur hochgelegenen Burg aufsteigen, oder treiben lassen durch die idyllischen Gässchen und Geschäfte ganz nach dem Motto „erst hast du Geld dann Schuhe“ und für die anderen ein buntes Treiben am Pool und ein letzter Blick in die Noten, denn das 1. Konzert in der Kirche in Lajen, welche der „Dom am Berg“ genannt wird, steht bevor. Nach intensivem Einsingen und kurzer Begrüßung des Pfarrers sowie unserem Vorstand Peter Bieg, der zu Lajen einen ganz besonderen Bezug hat, als er in den 60er Jahren dort mit seiner Familie seinen Urlaub verbrachte, war es endlich soweit.
Nach einer kleinen kirchenalarmauslösenden Panne konnte es losgehen. Das Hauptprogramm gestaltete der Stammchor mit einem anspruchsvollen Repertoire mit Stücken von Haydn, Mozart und Mendelsson. Unser Organist Michael versetzte die Zuhörer mit seinem Orgelstück in Trance. Welch ein Glück, ihn mit auf unserer Reise zu haben.

Es folgte ein kurzer Auftritt des Chores SevenEleven44, dessen Gesang und Choreographie die Zuschauer ebenfalls begeisterte. Mit einem gemeinsamen Santo und Panis Angelicus, sowie dem alles greifende Halleluja von Händel von der Empore füllen wir diese traumhafte Kirche mit nachhallendem Klang.
Im Kulturzentrum Lajen organisiert der dortige Kirchenchor einen Ständerling mit selbstgemachten Südtiroler Spezialitäten. Zum Dank schenken wir den vielen Helferinnen und Helfern ein berührendes „Weit weit weg „ von Hubert v. Goisern und ein zum Mitsingen aufforderndes „Azzurro“ von Adriano Celentano.

Stolz und zufrieden darüber, dass sich unser hohes Engagement in ein gelungenes Konzert wandelt und umrahmt von der Gastfreundschaft Lajens, nimmt dieser ereignisreicher Tag sein Ende.

3. Tag
Nach einem ausgiebigen Frühstück ist Kultur angesagt. Welch wirtschaftliche Bedeutung das kleine Städtchen Klausen als strategisch wichtigen Durchgangspunkt bereits im Mittelalter erlangte, erfuhren wir in einer lebhaften Stadtführung. Seit eh und je ist das mittlere Eisacktal bereist worden von Königen, Rittern,Päpsten, noblen Adeligen, Künstlern und Schriftstellern. Alle hinterließen Spuren, die man in Form von Kirchen, Klöstern, Schlössern und Lauben entdecken kann.

Eine dieser Kirchen ist die heutige St. Andreas Kirche in Klausen, in der am Abend unser 2. Konzert stattfinden soll. Den Großteil des Konzertes gestaltet dieses Mal der Chor SevenEleven44 mit neuem Repertoire wie Skyfall von Adele, Africa von TOTO , uvm. , musikalisch begleitet am Keyboard durch Michael Kuhn und am Percussion Friedemann Schwenkreis.
Mit berührenden Gospelsongs und Balladen, einem gemeinsam mit dem Stammchor erschallenden Panis Angelicus und Hallelujah, ernten wir erneut tobenden Applaus. Auch Dank unserer mitgereisten Gäste und Fans wird dieses Konzert, in welches wir sehr viel Herzblut an Proben gesteckt haben, zu einem Highlight auf unserer Reise.

4. Tag
Ab heute ist nur noch Entspannung angesagt. Dank Peter Biegs abwechslungsreichem Reiseprogramm lernen wir die Südtiroler Region mit allen Facetten kennen. Wir starten unseren Ausflug nach Bozen und erleben bei einer Stadtführung geschichtlich wichtige Plätze und Geschichten rund um das Leben in Bozen, das entgegen vieler anderer Städte nur wenig zerstört wurde im 30 jährigen Krieg. So wurden wir auch darüber belehrt, dass der Reichtum einer Familie u.a. gemessen wird an der Anzahl der Wäsche, die im „Idealfall“ nur 2 x im Jahr Anlass für einen Waschtag gibt.
Wir setzen unsere Fahrt fort mit kurzem Stopp am Kalterer See. Dort entführte uns unser Reiseführer an einen Ort mit atemberaubender Aussicht und Blick auf die Weinlandschaften dieser Region. Es folgte eine ausgiebige Weinprobe. Leider war im Anschluss der Bordservice geschlossen, da dieser nicht mehr für die korrekte Herausgabe des Wechselgeldes garantieren konnte.

5. Tag
Wir starten bei leichtem Regen und freuen uns schon sehr auf diese abwechslungsreiche Tour mit verheißungsvollen Ausblicken. „Die bleichen Berge“ wie die Dolomiten genannt werden, sagte Reinhold Messner einmal, sind nicht die höchsten aber die schönsten Berge, die er kennt.
Eine exzellente Reiseführerin begleitet uns an diesem Tag und umrahmt ihre Informationen rundum Land, Leute, Traditionen, Politik uvm. mit Episoden und Geschichten von Berühmtheiten dieser Region wie Louis Trenker, den Zwergenkönig Laurin, …
Trotz des schlechten Wetters recken Zitronenanemonen, Funkien, Dotterblumen uvm. ihre Köpfchen aus den saftgrünen, moosartigen Teppichen und lassen uns erahnen, wie dies alles bei Sonnenschein erstrahlen würde.
Unser Busfahrer Bernd zeigte mit seinem Doppeldeckerbus starke Nerven und exzellente Fahrkenntnisse beim Überwinden der 85 Kehren. Durchs Grödnertal über St. Ulrich, Wolkenstein Sella Joch, Pordoi zum Karerpass und wieder zurück über die Seiser Alm entführte er uns sicher durch Höhen und Tiefen der Dolomiten.

Nach einem vorzüglichen letzten gemeinsamen Abendessen rücken wir ganz eng zusammen, schieben das ganz im Westernstyle klingende Salonklavier in unsere Mitte und es heißt: Wünsch Dir was…

Sowohl unser Chorleiter Patrick, als auch unser Pianist Michael erfüllen vierhändig alle Schlagerwünsche zum Mitsingen. Mit Siegmars Interpretation vom „Jockele“ erreichte der Abend seinen Höhepunkt.
Ein wenig Wehmut kommt auf, als wir unserem Vorstand Peter Bieg als Dank für die Organisation seiner letzten Chorreise eine echte Tiroler Arbeitsschürze mit korrespondierenden Weinen der Region übergeben. Wie schade, denn seine Reisen sind bekannt für seine Ausgewogenheit zwischen abwechslungsreichem
Reiseprogramm und seinem Gespür, die vielfältigen Charaktere in einer so großen Einheit durch gemeinsames Erleben zusammenzuhalten. Und mit einer starken Partnerin wie Monika sind sie ein unschlagbares Duo.

Worte des Dankes und der Anerkennung unserer Leistungen findet auch Patrick am Ende dieses stimmungsvollen Abschlusses und lädt musikalisch auf eine Reise durch unser inzwischen beachtliches Repertoire ein. Ein guter Dirigent ist nur so gut wie der Musiker, der ihn begleitet. In Michael Kuhn haben wir nicht nur einen echten Freund für unseren Kreis gewinnen können, sondern auch einen Virtuosen am
Klavier und der Orgel, der es hervorragend versteht, unserem Gesang den richtigen Rahmen zu verleihen.


6. Tag
Nach einer kurzen Nacht und letztem Frühstück treten wir unsere Heimreise an. So viele haben zum Gelingen dieser Reise beigetragen. Deshalb ein ganz großes Dankeschön an alle. Wir möchten auch Volker danken für sein Instrumentenkarussell samt Technik, ohne das vor allem das Programm des Chors SevenEleven44 schlecht darstellbar gewesen wäre.

Welche Bilder und Erinnerungen nehmen wir mit nach diesen sechs gemeinsamen Tagen? …dass Gemeinschaft ein Urbedürfnis von uns Menschen ist und wir diese in den zahlreichen Unternehmungen, Festen, Auftritten und Freundschaften spüren dürfen …dass wir uns konzertantisch auf sehr hohem Niveau bewegen und es uns gelungen ist, mit unserer Musik die Herzen der Zuschauer zu berühren …dass sich ein Besuch in unseren Probenstunden mittwochs immer lohnt um herauszufinden, wann einem Flügel wachsen…

Nun freuen wir uns bereits auf die nächste Konzertreise und wünschen allen eine schöne Sommerzeit bis zum Wiedersehen auf dem Dorffest und an der Brunnenhocketse am 18.und 19.August 2018.
Schön war`s!
MK